Home Kontakt USA Guestbook Links
Weihnachten und Neujahr an der amerikanischen Westkueste
Ich hatte es mir ja chon immer witzig vorgestellt, Weihnachten unter Palmen und bei warmen Sonnenschein zu verbringen. Im Jahr 2000 durfte ich es hautnah erleben. Weihnachten verbrachte ich mit Elke in San Diego, im Suedwesten der USA und nur einen Katzensprung von Mexico entfernt. Ein bisschen ungewohnt ist es natuerlich schon, den Heiligen Abend bei rund 20 bis 25 Grad Tageshoechsttemperaturen zu geniessen. Schoen war es aber auf jeden Fall. In San Diego hatten wir ein paar Freundinnen von Elke besucht und die Sonne genossen. Ausserdem sah ich einen amerikanischen (pardon: natuerlich schwedischen) Ikea. In der mexikanischen Grenzstadt Tijuana setzten wir uns von den Touristenmassen ein bisschen ab und waren in einem Einheimischenrestaurant. Zu meiner Ueberraschung konnten die Inhaber kein Wort Englisch.
Next Step war dann Los Angeles: gross, laut und schnell wieder weg. Zwar wohnten wir in Hollywood. Die grosse Faszination wollte sich bei mir allerdings nicht einstellen. Viel schoener war da natuerlich schon in Santa Barbara, eine malerisches Staedtchen im Norden von LA. Viele Hollywood-Stars ziehen es vor, sich dorthin abzusetzen. Die Stadt hat genug Geld, um sich ein alternatives Image zu geben. Kunst aus Muell und aehnliches war dort anzufinden. Unser Hostel gehoerte zur noch jungen Kette der "Banana Republic", absolut empfehlenswert. Die ehemalige landwirtschaftliche Lagerhalle duerfte zur Hochsaison nichts fuer Schlaefer sein. Einige Betten befinden auf dem Weg zwischen Eingang und Toilette, abgetrennt lediglich durch einen Vorhang.
Wuenderschon war es (oder waere???) es auch in San Francisco geworden. Dort lag ich aber leider ueber Silvester im Bett; fuer drei Tage. Trotzdem bekam ich genug mit, um festzustellen, dass SF zu meinen Favoriten in Amerika gehoert. Die Stadt der Nachbarschaften bietet Abwechslung aufgrund von Stadtteilen, die von verschiedenen ethnischen Minderheiten und Nationalitaeten gepraegt sind. Zudem wirkt sie ueberhaupt nicht zugebaut wie amerikanische Staedte, auch wenn der Central Business District natuerlich von Hochhaeusern gepraegt ist.
Danach verschlug es mich und Elke nach Seattle. Oder besser, Elke verschlug mich in den Nordwesten, trotz allen Gejammeres, nachdem wir uns in Chicago fast alles weggefroren hatten. Ich wollte deswegen eigentlich noch im sonnigen Suedwesten bleiben. In Chicago war es trotz Gesichtsschutzes nicht moeglich, sich laenger als zehn Minuten auf der Strasse aufzuhalten. Die "Windy City" war alles andere als spassig.
Zu meiner Ueberraschung stellte sich Seattle als sehr angenehm heraus. Zehn Grad Celsius plus. Die Stadt hat eine wunderschoene Insel vorgelagert ("Bainbridge Island") und wirkt auch ansonsten sehr lebenswert. Nach rund zweieinhalb Wochen ging es dann wieder zurueck in die Motortown Detroit, am Anfang wieder etwas ungewohnt. Mittlerweile fuehle ich mich aber schon wieder wohl.
Wer auch mehr von Amerika sehen will, dem kann ich eine Rundfahrt per Zug, wie wir es gemacht hatten, nur empfehlen. Zur Hochsaison ist dieses Verkehrsmittel billiger als Fliegen (Auslaender kriegen spezielle Paesse ---> USA Rail Pass) und um einiges sehenswerter. Ich moechte Fahrten wie von Chicago nach San Diego oder San Francisco nach Seattle nicht missen; auch wenn sie rund 48 Stunden gedauert haben. Man erlebt quasi hautnah den Wechsel verschiedener Klimazonen mit. Langweilig wurde es nie. Kurzweilig waere wohl die bessere Beschreibung. Die Zuege sind zudem aeussert komfortabel und haben Fernseher sowie Speisewagen an Board. Teilweise konnte ich auf dem normalen Sitz Nachts zehn Stunden durchschlafen. Und wenn man will, so stellt einem Amtrak am naechsten Morgen auch noch eine kostenlose Zahnbuerste zu Verfuegung. Wenn die Toiletten mal nicht funktionieren, dann wird sogar der Fahrpreis rueckerstattet. Fuer die deutsche Bahn wohl undenkbar. Dort muesste man sich eher Sprueche anhoeren wie: "Dann haetten's doch einen anderen Zug genommen."